Selbstscannen im Supermarkt

Artikelbild zum Selbstscannen im Supermarkt. Ein Kunde steht im Supermarkt. Er hat einen Einkaufswagen vor sich stehen. Er hält eine Banane in der Hand und versucht sie selbst zu scannen. Cartoonstyle.
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In vielen Supermärkten können Kunden ihre Einkäufe selbst scannen. Die Geschäfte werben damit, dass das Selbstscannen für die Kunden praktischer wäre und auch schneller gehen würde. Aber ist das wirklich so?

Im Aldi

Ich war vor einigen Wochen im Aldi einkaufen gewesen. Eine halbe Stunde vor Geschäftsschluss. Es war keine einzige Kasse besetzt. Eine Mitarbeiterin stand im Selbst-Scan-Bereich und wies die Kunden darauf hin, dass sie ihre Waren selbst scannen sollten. Ich fragte sie, ob sie nicht eine Kasse öffnen möchte? Nee, ihr Chef hätte gesagt, sie dürfe nicht. Die Kunden sollten selbst scannen.

Ich bewegte mich zum Selbst-Scan-Bereich. Viel Lust hatte ich nicht und beim dritten Artikel gab es ein Problem. Das Scannen funktionierte nicht.

Eine ältere Kundin näherte sich der Kasse. Sie hatte ungefähr 20 Artikel im Einkaufswagen. Sie hatte Gehprobleme und konnte auch nicht richtig stehen. Die Mitarbeiterin wies sie auf den Selbst-Scan-Bereich hin. Die Kundin weigerte sich, meiner Meinung nach zurecht, das Scannen zu übernehmen. Die Mitarbeiterin machte einen verzweifelten Eindruck. Einerseits durfte sie die Kasse nicht öffnen, andererseits war klar, dass die Kundin ihre Artikel nicht selbst scannen konnte.

Nach einer kurzen Diskussion öffnete sie die Kasse. Die Kundin legte ihre Waren auf das Band. Ich und weitere Einkaufswillige folgten ihr. Es war klar zu erkennen, dass fast kein Kunde das Scannen selbst übernehmen wollte.

Im Rewe

Heute Morgen war ich im Rewe. Zwei Kassen waren besetzt. Es standen jeweils fünf Personen an. Am Selbst-Scan-Bereich stand eine dritte Kassiererin. Sie wartete auf Kunden, denen sie das Selbstscannen erklären konnte. Es wollte aber niemand das Scannen selbst übernehmen. Die Kassiererin ging an die Kassen und versuchte die wartenden Kunden zum Selbstscannen zu überreden. Niemand ließ sich darauf ein. Anstatt eine dritte Kasse zu öffnen, ging sie wieder zurück zum Selbst-Scan-Bereich und wartete dort weiter erfolglos auf scanwillige Kunden.

Meine Meinung zum Selbstscannen

Maik hat vor einigen Tagen bereits über das Thema Selbstscannen geschrieben. Ich bin kein Kommunist, aber trotzdem fällt mir auf, dass hier etwas nicht stimmt. Als die Selbst-Scan-Bereiche eingerichtet wurden, hieß es, dass die Kunden Zeit sparen würden, weil sie nicht mehr an der Kasse warten müssten. Nachdem die Kunden sich daran gewöhnt und teilweise das Selbstscannen übernommen hatten, wird es jetzt allmählich zur Pflicht. Die Kunden übernehmen die Arbeit der Kassierer. Entlohnt werden sie dafür natürlich nicht. Sie kriegen auch keinen Rabatt.

Da die Supermärkte nach und nach die Anzahl der Mitarbeiter reduzieren, geht es auch nicht mehr schneller. Die Kunden stehen jetzt nicht mehr an der Kasse an, sondern am Selbst-Scan-Bereich.

Im Rewe habe ich schon gesehen, dass ein einzelner Mitarbeiter acht Selbst-Scan-Plätze überwachte. So ganz wollen die Geschäfte ihren Kunden anscheinend nicht vertrauen. Nach der Einführung wurde nämlich festgestellt, dass es mehr Schwund gab. Deshalb werden die Plätze jetzt von einem Mitarbeiter überwacht. Im Rewe ist es sogar so, dass es hinter dem Selbst-Scan-Bereich eine Schranke gibt. Auf dem Kassenbeleg wird ein Code abgedruckt. Der Kunde darf erst das Geschäft verlassen, wenn er an der Schranke seinen Kassenbeleg scannen lässt.

Der Kunde war König

Früher hieß es mal, beim Einkaufen wäre der Kunde König. In vielen Supermärkten ist diese Zeit vorbei. Er wird nicht nur zum kostenlosen Mitarbeiter umgeschult, sondern gilt sogar als potenzieller Ladendieb.

Im Grunde wollen das Selbstscannen nur wenige. Die meisten Kunden wollen lieber bedient werden und die Mitarbeiter wollen ihren Arbeitsplatz nicht verlieren. Der einzige Profiteur bei diesem Thema sind die Supermärkte. Sie sparen Lohnkosten ein und steigern ihre Gewinne.

Eure Meinung zum Selbstscannen?

Wie ist eure Meinung zum Selbstscannen? Scannt ihr gerne selbst oder lasst ihr euch lieber von einer Kassiererin bedienen? Schreibt doch bitte in den Kommentaren etwas dazu.

Bildquelle: Das Bild wurde mit dem KI-Generator ChatGPT erstellt.

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18 Antworten zu „Selbstscannen im Supermarkt“

  1. Ich bin begeisterte Selbstscannerin. Wenn ich ganz ehrlich bin, reduziert das für mich die potentiell anstrengende Interaktion mit anderen Menschen. Ich warte auch super ungerne in einer Kassenschlange. Daher profitiere ich sehr davon, dass die Mehrheit diese Selbstscandinger nicht mag.

    ich sehe auch durchaus die Nachteile, die du sehr treffend erläutert hast. Also gesellschaftlich ist das Konzept eher nicht so toll, nur für mich als Individuum ein Highlight.

    Und dass durch diese Sparmaßnahme jetzt mehr „Schwund“ ist, tja. Das ist dann eben ein Eigentor. Wobei ich nicht der Typ dafür bin, ich hätte gar nicht die Nerven dafür, nicht brav alles über den Pieper zu ziehen 😉

  2. Super informativer Beitrag, Erik! Dein Vergleich der Vor- und Nachteile des Selbstscannens ist klar und praxisnah geschrieben. Besonders gut haben mir die Tipps für effizientes Scannen und deine ehrliche Einschätzung zu Datenschutz und Servicequalität gefallen. Mach weiter so, ich freue mich auf mehr Artikel in dieser Richtung!

    Lorenzo

  3. Ich hasse und meide die Selbstscankassen. Zum einen schätze ich den Kontakt zu Menschen, zum anderen aus Respekt vor den Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern, und drittens bin ich gegen eine versteckte Preiserhöhung, indem ich unbezahlt die Arbeit im Supermarkt übernehme. Werde ich gezwungen, die Selbstscankasse zu verwenden, stelle ich mich immer so an, dass ich auf jeden Fall die Betreuung eines Menschen benötige.

    1. Ich bin absolut gegen das Selbstscannen. Es kostet auf die Dauer zu viele Arbeitsplätze.

  4. Ich war vorhin bei Rewe. Selbstscannen mit Handscanner und zwar in dem Augenblick in dem ich den Artikel in den Einkaufswagen lege. Und am Ende nur noch auf „Bezahlen“ tippen und den angezeigten QR-Code an der Selbstscan-Kasse scannen und mit Karte bezahlen. Perfekt für mich. Heute hatte ich 65 Artikel im Einkaufwagen, und die musste ich eben nicht nochmal rausnehmen und aufs Band legen oder über einen Scanner ziehen um sie dann wieder in den Einkaufswagen zu legen. Sondern einfach bezahlen und raus aus dem Laden und dann den Einkaufswageninhalt in die Klappbox im Auto umladen.
    Ok, manchmal wird kontrolliert. Dann nehmen sie Deine Artikelliste und machen Stichproben ob das auch da ist oder nicht. Alles kein Problem. Nerviger ist es her, wenn Du einen Artikel mit Altersfreigabe kaufst, also z.B. eine Flasche Bier. Dann muss ein Mitarbeiter kommen und bestätigen dass Du erwachsen bist, denn der Scanner sieht das ja nicht.
    Aber die Kombination aus Handscanner und nur einmal den Artikel anfassen um ihn in den Einkaufswagen zu legen hat für mich echten Komfort.

    1. Obst und Gemüse geht auch nicht mit dem Handscanner, richtig? Ich habe das bisher nicht gemacht, den Einkauf mit dem Scanner.

      1. Bei meinem REWE geht das. Einfach den Code auf dem Preisschild am Regal scannen. Es steht dort auch eine Waage. Etikett drucken und scannen, fertig.

        Ich liebe das. Nur aufs Handy kommen mir die nicht.

    2. Gut, das ist dann ein anderes System als das, dass ich kenne. Wenn du sofort scannst, musst du aber darauf achten, die Abbuchung wieder zurückzunehmen, falls du es dir anders überlegt hast und den Artikel wieder zurücklegst. Falls du nicht daran denkst, hast du dich selbst betrogen.

  5. Grundsätzlich hätte ich keine grossen Probleme mit dem Selberscannen, wenn sich für mich Vorteile ergäben. Ich sehe auch die Konsequenzen, dass versucht wird, damit Personal einzusparen. Und daher bin ich nicht bereit, dies zu unterstützen.

    Zu meinen Erfahrungen:
    Ich wollte mal beim Selberscannen meinen Einkauf direkt nach dem Scannen in meinen Fahrradtaschen verstauen, um etwas Zeit zu sparen.
    Dafür mussten die Taschen auf der Waage daneben abgelegt weden.
    Da die Taschen aber wohl zu schwer waren, wurde es nicht akzeptiert und ich musste die Taschen runternehmen und hatte keinen Vorteil durch das Selberscannen.

    Dazu kommt auch die Problematik, dass bei irgendwelchen Problemen oder bei Waren mit Altersverifikation auf Personal gewartet werden muss.

    Die Thematik mit dem Handscanner direkt beim Einkaufen kenne ich auch von Kaufland.
    Da dies aber nur in Verbindung mit einer Registrierung möglich ist und ich keine Lust habe, meine Daten weiterzugeben, kommt dies für mich nicht in Frage.

    Daher ist das Selberscannen derzeit für mich kein Thema mehr.

  6. Mir ist das Selbstscannen lieber. Ich hab jede Woche fast die gleichen Dinge, die ich aus dem Supermarkt brauche (Brot, Käse, Quark) und wenn ich die scanne, bin ich in unter 1 Minute fertig. Stelle ich mich an die Kasse muss ich schon Glück haben, dass niemand vor mir ist und die Kassiererin auch gerade nicht Pause machen will oder sonstwie gelaunt ist. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass man sich da gerne in die Schlange stellt. Als man bei Corona mal eine zeitlang auf den Wagen warten musste (weil nicht so viele eingelassen wurden), habe ich ernsthaft Einkäufe abgebrochen, weil ich dieses Schlangestehen nicht ertragen kann.

    1. Ich habe im Grunde nichts gegen das Selbstscannen. Was mich stört, ist, dass der Trend zu einer Nötigung bzw. zu einem Zwang geht. Wenn ich nicht scannen will, dann möchte ich auch nicht dazu genötigt werden.

      1. Da stimme ich natürlich auch zu. Genötigt werden sollte keiner und sicher ist mancher Mensch auch ganz froh, wenigstens zwei, drei Wörter am Tag zu hören und sprechen zu dürfen. Hast du denn das Gefühl, dass es ein Zwang ist? Ich bin froh über die Möglichkeit, routinemäßige Einkäufe schneller und einfacher abwickeln zu können.

        1. Wie im Artikel geschildert, versucht Aldi zumindest zeitweise seine Kunden zum Selbstscannen zu nötigen 😕

  7. Dass mit dem „Waren selbst scannen“ kannte ich schon von vor (etwa) 10 Jahren vom Tesco in Ungarn. Kartenzahlung und max 5 Artikel- war gut, wenn man nur noch Euros hatte- die will da keiner. Mir war klar das die Lebensmittelhändler versuchen werden damit Kosten zu sparen. Natürlich ist das Mist- wenn man nur ein paar Artikel hat, ist so eine SB- Kasse sicher gut, aber für einen Familieneinkauf mit einem Wert von über 100….120 Euro Mist- und ungeeignet- weil zu langsam. Außerdem sind Frischwaren Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch ein Problem, weil dann noch gewogen werden muss.
    Da unsere großen Lebensmittelhändler geizig und selbstbezogen sind, werden sie sicher ausloten, bis wann es sich für sie rechnet. So lange wie das alle Großen machen, ist der Kunde völlig egal.

  8. Ich habe mal in einer der großen österreichischen Supermarktketten eine Flasche Portwein gekauft (zum Kochen) und dabei meine erste und letzte Erfahrung mit einer Selbstscannerkasse gemacht.

    „Bitte warten Sie, bis ein Mitarbeiter kommt, um die Jugendschutzfunktion ab 16 für diesen Artikel freizuschalten.“

    Nach 15 Minuten war es dann soweit. Nicht mein Verständnis von „geht ja viel schneller“.

    1. Das ist selbst bei Eis (Schwarzwälderkirsch, Tiramisu) so. Und vermutlich versuchen ganz coole Kids sich auch mit Grablichterfeuerzeugen ihre erste heimliche Zigarette anzuzünden – sprich, da musste ich auch warten, bis der belustigte Kassenmitarbeiter auf Freigabe drücken konnte.

  9. Wir sind auch begeisterte Selbst-Scanner. Besonders gut finde ich die Handscanner im Rewe, so können wir schon beim Einkaufen alles perfekt in den Korb legen, ohne in Stress und Schweißausbrüche an der Kasse zu geraten. Bei IKEA geht es auch deutlich schneller. Allerdings fänd ich schon besser, wenn es immer noch ein Option bliebe. Gerade für ältere Menschen kann das wie oben beschrieben zum Problem werden. Und dann sollten die Stationen auch gut funktionieren. Ich erinnere mich noch, wie wir im Nordsee-Urlaub mit Kind an der Kasse standen, die so eingerichtet war, dass man die gekauften Sachen so lange auf der rechten Seite liegen lassen musste, bis alles abgeschlossen war, sonst gab es Fehlermeldungen. Ganz toll, wenn dann zum einen das Kind ständig irgendein Item wieder hoch nimmt. Und auch völlig bekloppt, dass der andere nicht die gescannten Sachen in den Korb verräumen konnte. So hat es ewig gedauert und permanent musste ein Kassieren kommen und das System zurücksetzen.

  10. Ich bin ein Freund von Effizienz: Und ja, deshalb gefällt es mir, kleine Einkäufe schnell per SB zu bezahlen. Nicht minutenlang im Baumarkt am Tresen zu stehen, weil da gerade eine Rückgabe gemacht wird, man aber nur schnell die eine Schelle bezahlen will. Warten bis Oma Getrude ihre 11,37€ passend aus der Geldbörse gekramt hat (und die Kassiererin nochmal nachzählt und die Münzen verräumt). Der Großeinkauf abkassiert werden muss während dahinter auf dem Kassenband mein Eis langsam anfängt zu schmelzen. Beim hiesigen Supermarkt bin ich an der SB mit dem kompletten Vorgang meines kleinen Einkaufs (max. 5 Artikel erfassen und bezahlen) schneller durch als nebenan an der klassischen Kasse der reine Vorgang des Barzahlens dauert.
    Und auch aus einem anderen Aspekt (nur Spezialfall, aber um einen anderen Aspekt zu bringen) kann auch der Handscanner hilfreich sein: Wenn man mit Kleinkindern einkaufen ist kann man sie durch das Scannen davon abhalten, die Auslagen zu erkunden und alle 10 Sekunden mit einem „Papa, darf ich“ anzukommen; und auch an der Kasse steht man nicht zwischen Quengelregalen und Zigaretten-Abschreckbildern sondern kann direkt durch.