Du oder Sie? Welche Anrede bevorzugst du? lautet der aktuelle Titel der Blogparade #relevant. Das ist ein Thema, bei dem ich mich nicht festlegen will. Ich mache es einfach von der Situation und von dem Verhältnis zu der Person abhängig, ob ich sie duze oder sieze.
Ich habe die Wahl
Eine der tollen Möglichkeiten, die die deutsche Sprache bietet, ist die Wahl zwischen zwei verschiedenen Anreden. Menschen, die mir nahe stehen oder mit denen mich etwas verbindet, duze ich. Menschen, die mir fremd sind oder mit denen ich wenig gemein habe, rede ich mit Sie an.
Das Du signalisiert Vertrauen
Verwandte oder Freunde duze ich natürlich. Aber auch beim Sport ist das Du gebräuchlich. Wenn ich bspw. beim Parkrun andere Läufer treffe, spreche ich sie mit Du an. Auch dann, wenn ich sie zum ersten Mal treffe. Blogger duzen sich natürlich auch untereinander.
Mit einem Sie wahre ich Abstand
Ich käme aber niemals auf die Idee, im Supermarkt jemanden zu duzen, den ich nicht kenne. Dann greife ich lieber auf das formelle Sie zurück. Ich signalisiere damit einen gewissen Abstand. Es ist aber auch ein Zeichen der Höflichkeit. Wenn mich im Supermarkt jemand mit Du anredet, empfinde ich das als plump und unhöflich.
Mal Du, mal Sie
Bei der Arbeit spreche ich Kunden mit Sie an. Bei Kollegen halte ich mich an die betrieblichen Gepflogenheiten. Wenn sich alle duzen, mache ich das auch. Ansonsten greife ich zum etwas zurückhaltenderen Sie.
Der Wechsel von Sie zu Du
Manchmal ändert sich das Verhältnis zu einem anderen Menschen. Aus einem Kollegen, der in einer anderen Abteilung arbeitet, wird vielleicht ein Freund. Dann muss einer der beiden die Initiative eingreifen und das Du anbieten. Wer das macht, finde ich eigentlich nicht so wichtig. Bei einem größeren Altersunterschied hat es sich ein wenig eingebürgert, dass die ältere Person den ersten Schritt macht. Ich sehe das aber nicht als Muss an.
Abwertung durch die falsche Anrede
Manchmal kann ein Du aber auch abwertend wirken. Es gibt Menschen, die Nicht-Muttersprachler automatisch duzen, bspw. in einer Dönerbude. Sowas mache ich nicht. Ich bringe allen Menschen den gleichen Respekt entgegen, egal welcher Nationalität sie angehören.
Die Wahl der Anrede ist ein Vorteil
Ich empfinde die Wahl zwischen Du und Sie als einen Vorteil der deutschen Sprache. Ich mache schon bei der Anrede deutlich, welches Verhältnis ich zu einer anderen Person haben möchte. Diese kann sich dann auch darauf einstellen. Im Englischen gibt es nur das You. Da muss das Verhältnis zueinander erst nach und nach geklärt werden.
Bildquelle: Das Bild wurde mit dem KI-Generator Perplexity.ai erstellt.

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Spannend, dass du die Optionen du oder Sie als bereichernd empfindest, während ich die ganze Sache eher unentspannt erlebe. Und dass ich die andere Handhabung im Englischen deutlich schöner finde. Das Thema im Februar hat echt wieder einen interessanten Nerv getroffen.
Ja, ich freue mich schon auf die Beiträge, die noch kommen werden 🙂
Hallo Erik,
auch ich finde es gut gut, dass die deutsche Sprache einem die Wahl zwischen „Du“ und „Sie“ bei der Anrede ermöglicht.
„Ich mache es einfach von der Situation und von dem Verhältnis zu der Person abhängig, ob ich sie duze oder sieze.“
Genau.
Gruß
Fred