Seit gestern werden in deutschen Supermärkten wieder Böller und Raketen angeboten. Im letzten Jahr wurden um Silvester herum Feuerwerkskörper im Wert von 197 Millionen Euro verkauft. So mancher fragt sich, wo das Problem ist. Schließlich dürfe jeder machen, was er will. Das ist natürlich so, aber ein paar Fakten sollte jeder wissen, bevor er seinen ersten Böller zündet.
Feinstaub
Jährlich gelangen in Deutschland rund 2.050 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in die Luft. Der größte Teil davon an Silvester und Neujahr. Das ist ungefähr ein Prozent des freigesetzten jährlichen Feinstaubs. Damit ist der Neujahrstag jedes Jahr der Tag mit der höchsten Feinstaubbelastung.
Verletzungen
Die ICD ist eine internationale Klassifikation von Krankheiten. In der ICD W49.9 werden Unfälle gegenüber mechanischen Kräften eingeordnet. Während des Jahres sind das meist Unfälle durch Kesselexplosionen, Maschinen, Messer oder Werkzeuge. Im Jahresdurchschnitt fallen pro Tag 26 Unfälle in diese Kategorie. In der Silvesternacht sind es 100 Unfälle. Das sind allerdings nur Menschen, die so schwerverletzt sind, dass sie stationär in die Krankenhäuser aufgenommen wurden. Das sind bspw. Fälle mit amputierten Fingern oder Augenverletzungen.
Der größte Teil der Behandlungen erfolgt allerdings ambulant. Wie viele Fälle das sind, ist unklar. Im Unfallkrankenhaus Berlin wurden in der Silvesternacht 2024/2025 42 Patienten mit Feuerwerksverletzungen behandelt, im Charité Berlin waren es 49 Verletzte. Wenn man diese Zahlen auf Deutschland hochrechnet, sind wir auf jeden Fall im vierstelligen Bereich.
Tiere geraten in Panik
In der Silvesternacht geraten viele Tiere in Panik. Sie fliehen und verletzen sich dabei oder sterben sogar. Vögel verlieren durch Umherfliegen viel Energie und sterben vor Erschöpfung.
Kulturgut?
Das Abbrennen von Feuerwerk an Silvester gilt als Kulturgut. Allerdings beteiligen sich nur 22 % der Deutschen daran. Alternativen zum privaten Zündeln wären von Städten und Gemeinden organisierte offizielle Feuerwerke oder Drohnenshows.
Petitionen
Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin und die Deutsche Umwelthilfe haben Petitionen gestartet. Unter dem Hashtag #Böllerciao fordern sie ein Böllerverbot. Laut einer Umfrage der DUH sind 59% der in Deutschland lebenden Menschen dafür.
Appell an Politiker
Feinstaub, Verletzungen und tote Tiere sind die Folgen der Silvesterböllerei. Eine deutliche Mehrheit ist für ein Verbot von privatem Feuerwerk. Über 2 Millionen Menschen haben sich an einer Petition beteiligt. Das sollten genug Gründe für ein Böllerverbot sein. In den Niederlanden gibt es dieses Verbot bereits. Ab dem Jahrswechsel 2026/2027 ist dort privates Feuerwerk verboten.
Liebe Abgeordnete des Deutschen Bundestags. Ihr habt viel zu tun, aber für dieses eine Gesetz solltet ihr noch etwas Zeit erübrigen können. Auch wenn es vielleicht verschiedene Ansichten in euren Reihen gibt, sollte alleine schon der Wunsch der Mehrheit euch dazu motivieren, ein Böllerverbot zu erlassen. Die Menschen, eure Wähler, wollen ein böllerfreies Silvester 2026 erleben. Erfüllt ihnen diesen Wunsch.
Blogger und Fediverse-User
Liebe Blogger und Fediverse-User. Schreibt darüber und teilt bzw. boostet Beiträge mit dem Hashtag #BöllerCiao oder #Böllerverbot in euren Kanälen. Auf diese Weise können wir viele Menschen erreichen. Macht Werbung für die beiden Petitionen und beteiligt euch auch daran. Wenn genug mitmachen, wird das nächste Silvesterfest vielleicht schon böllerfrei.
Bildquelle: Das Bild wurde mit dem KI-Generator Perplexity.ai erstellt.





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