Die grenzenlose Macht der großen Oligopolisten

Ein Ritter sitzt auf einem braunen Pferd. Er trägt eine Lanze in der Hand und blickt auf fünf Windmühlen. Cartoonstyle
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Vor einigen Tagen habe ich einen Artikel darüber geschrieben, dass ich seit 30 Jahren im Internet unterwegs bin. Das Thema hat mich weiter beschäftigt. Ich habe mich in diesen 30 Jahren für viele Dinge engagiert. Aber wenn ich heute zurückblicke, muss ich sagen, dass sich speziell beim Thema Digitale Souveränität wenig zum Positiven geändert hat.

Die fünf großen Oligopolisten

Vor 30 Jahren wurde Windows 95 eingeführt. Microsoft zwang die Händler dazu, auf jedem PC ihr Betriebssystem zu installieren. Legal war das nicht. Es gab ein Kartellverfahren gegen sie und sie mussten eine hohe Strafe zahlen. Geschadet hat es Microsoft aber nicht. 30 Jahre später ist immer noch auf fast jedem verkauften Computer Windows installiert.

Anfang der 2000er Jahre kamen Google und Amazon dazu. 2007 führte Apple das iPhone ein. Aus einer Computerfirma, die jahrelang Verluste machte und bereits kurz vor der Insolvenz stand, wurde ein weiterer Weltmarktführer. Anfang der 2010er eroberte Facebook die Welt. Sie kauften Instagram und WhatsApp auf.

Was haben diese fünf Firmen gemeinsam? Sie wurden in ihren jeweiligen Bereichen Weltmarktführer. Wenn man sich die Geschäftsfelder der fünf Firmen ansieht, stellt man fest, dass sie sich kaum Konkurrenz machen. Jede Firma ist in ihrem eigenen Bereich Monopolist. Als einzige Ausnahme würde ich den Bereich der Smartphone-Betriebssysteme sehen. Dort sind Google und Apple Konkurrenten.

Im Jahre 2025 muss ich feststellen, dass sich diese fünf Firmen die digitale Welt untereinander aufgeteilt haben. Sie sind zu großen Oligopolisten geworden, die die Welt regieren. Selbst Staaten können oftmals nichts gegen sie ausrichten und müssen sich ihrem Willen beugen.

Keine Beschränkung der Marktmacht möglich

Es gab viele Versuche, die Marktmacht der großen Fünf zu beschränken. Fast alle sind gescheitert. Im ersten Browserkrieg Ende der 1990er Jahre kämpfte Netscape gegen den Internet Explorer von Microsoft an und verlor. Einige Jahre später schaffte es Firefox tatsächlich, dem Oligopolisten Marktanteile abzujagen. Doch dann kam Google Chrome und überrannte die Konkurrenz.

Sehr oft ist es so, dass die Produkte dieser Oligopolisten kaum besser oder sogar schlechter sind als die der Konkurrenz. Windows ist mit Sicherheit kein besseres Betriebssystem als Linux. LibreOffice ist zumindest im privaten Bereich gleichwertig mit MS Office. Es gibt für einen Privatmann keinen vernünftigen Grund, Excel und Word zu nutzen. Calc und Writer sind in diesem Einsatzbereich gute Alternativen.

Änderungen sind schwierig

Es gab viele Versuche von mir, zumindest in meinem Umfeld etwas zu ändern. Doch fast alle verpufften wirkungslos.

2007 führte Microsoft in Office die Ribbon-Oberfläche ein. Ich arbeitete damals in einem Betrieb mit 15 Büro-Arbeitsplätzen. Der Ärger war groß. Alle hatten Probleme mit der neuen Benutzeroberfläche. Ich machte den Vorschlag, OpenOffice einzusetzen, das noch per Menü zu bedienen war. Das Programm wäre kostenlos und vergleichbar mit MS Office. Ich erntete nur verständnislose Blicke. OpenOffice kannte niemand und wenn es kostenlos war, konnte es nichts taugen. Lieber quälten sich alle mit der ungewohnten Oberfläche herum.

Auch heute ist das noch so. Viele ärgern sich über Facebook und Instagram. Doch wenn ich ihnen vom Fediverse, von Mastodon und Pixelfed erzähle, treffe ich auf komplettes Unverständnis. Davon hat in meinem Bekanntenkreis noch niemand etwas gehört. Auch über Windows ärgern sich viele. Mein Vorschlag stattdessen Linux zu verwenden, verhallt aber trotzdem ungehört.

Dass Amazon keinen guten Ruf hat, wissen die meisten. Sie zahlen kaum Steuern. Außerdem setzen sie ihre Arbeitnehmer und Geschäftspartner unter Druck. Aber das Shopping ist dort doch günstig und so herrlich bequem. Also kaufen weiterhin sehr viele Menschen beim Oligopolisten ein.

Stärkung der Marktmacht

Es gab in den letzten 30 Jahren immer wieder Initiativen, die versuchten den fünf Oligopolisten etwas entgegenzusetzen. Manchmal gab es ein kurzes Aufflackern, wie bspw. 2022 als Elon Musk Twitter kaufte. Einen Moment lang sah es so aus, als wenn Mastodon die Nachfolge antreten könnte. Doch dann startete Meta seinen Mikroblogging-Dienst Threads und wieder hatte einer der fünf Oligopolisten seine Marktmacht gestärkt.

Gegen die Marktmacht und die hundertfachen Werbemillionen der fünf Oligopolisten ist es als Einzelperson schwierig etwas zu bewirken. Ich glaube auch nicht, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird. Ich denke eher, dass es im Bereich KI noch einen weiteren Oligopolisten geben wird.

Linux, das Fediverse und LibreOffice werden weiter in ihren jeweiligen Nischen existieren. Doch die Zahl der Nutzer wird sich nicht wesentlich verändern. Für die fünf großen Oligopolisten sind sie keine Konkurrenz. Sie sind nur lästige Schmeißfliegen, die sie mit einem Handwischen wegjagen können.

Sind Veränderungen wichtig?

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob es überhaupt wichtig ist, irgendetwas zu verändern. Oder ist es nicht besser, sich anzupassen und einfach alle Produkte der Oligopolisten zu nutzen? Für mich stellte sich diese Frage nie. Wenn ich mir sicher war, dass etwas in die falsche Richtung lief, wollte ich es ändern und meine Überzeugung mit anderen teilen.

Meine Konsequenzen?

Welche Konsequenzen ziehe ich für mich selbst aus dieser Analyse? Werde ich aufgeben und auch damit anfangen, der großen Masse hinterherzurennen? Werde ich weiterhin gegen Windmühlen kämpfen und versuchen, mein Umfeld zu Änderungen zu bewegen? Oder gibt es noch eine dritte Möglichkeit? Das erfahrt ihr in einem weiteren Artikel, den ich in den nächsten Tagen veröffentlichen werde. Mein Vorsatz für 2026: Mehr Digitale Souveränität

Bildquelle: Das Bild wurde mit dem KI-Generator ChatGPT erstellt.

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4 Antworten zu „Die grenzenlose Macht der großen Oligopolisten“

  1. Das wird noch ein schwieriger, langer Weg. Wir überlegen auch, ob wir im Office vom MS weg zu Libre wechseln sollen. Dumm nur, zwei unserer zentralen Systeme können nur mit Microsoft arbeiten. Wir haben es mit Libre versucht, das Ergebnis ist eine Katastrophe. Aber immerhin haben wir noch kein 365 im Einsatz, sondern weiter das Zeug auf den eigenen Servern.

    Privat konnte ich gut auf Libre umstellen. Für die 4 Briefe im Jahr und ein paar einfache Tabellen, reicht das vollkommen aus und ist richtig gut.

    1. Zu den Problemen deiner Firma kann ich nur wenig sagen. Ich habe aber festgestellt, dass sich LibreOffice in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Inzwischen werden mir fast alle Excel-Dokumente in Calc richtig angezeigt.

  2. Solche Umstellungsversuche habe ich auch unternommen, zuletzt wegen der 10-11-Geschichte. Privat sind einige Menschen bereit, sich umzustellen: in ihrer Einheit/ Firma/ Institution aber wird brav weiter der vorgefertigte Schrott benutzt. Wegen mir wurden sogar mal neue Rechner angeschafft, damit auch jeder genau das gleiche „Wöhrtt“ benutzt, da ich irgendwelche minimalen Designveränderungen mit meinem Openoffice nicht hinbekam (weil ich vermutlich noch nie zuvor danach gesucht hatte und es eigentlich auch scheißegal war, diese dämlichen Halbviertelachtelgestrichle). Ende vom Lied: 2017 gekaufte Rechner, teils noch recht gut im Schuss, mussten jetzt erneut getauscht werden. Hätte man einfach nur allen Openoffice auf den bestehenden Rechner gepackt, wäre das eventuell nicht mal notwendig gewesen Dinge von vor 2017 auszutauschen. (Also zumindest aus dem Grund).
    Ändern: kaum, das ist wie beim Verbrenner. Bequemlichkeit, Trägheit, Angst + Dummheit sind perfekt für die großen Firmen

    1. Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Mein damaliger Chef meinte immer, wenn was Neues angeschafft würde, würde es zuerst nicht funktionieren. Ich will ihm da nicht widersprechen. Manchmal dauert es halt, bis alles angepasst und eingerichtet ist. Aber wenn es dann läuft, gibt es meistens auch keine Probleme mehr.