Ein Blogger sitzt vor einem Notebook und betrachtet sich die Statistik seiner Website.

In der zweiten Runde der Blogparade #relevant stelle ich euch das Onlinetool Matomo vor und gebe euch drei tolle Tipps dafür.

Matomo ist eine Open-Source-Webanalytik-Plattform und gilt als datenschutzfreundliche Alternative zu Google Analytics. Ihr könnt damit Auswertungen über eure Websites erstellen. Mit Matomo erfahrt ihr bspw. wie viele Besucher eure Website hat, woher diese kommen und welche Seiten sie aufgerufen haben. Im Gegensatz zu Google Analytics müsst ihr das Tool selbst hosten, also auf eurem eigenen Server installieren. Das ist zwar etwas mehr Aufwand, dafür liefert ihr eure Besucher-Daten nicht an einen kommerziellen Anbieter aus.

Ich habe mir drei Tipps überlegt, die für die meisten Matomo-Nutzer interessant sind, die aber noch nicht jeder kennt.

RSS-Feed tracken

Ich dachte lange Zeit, dass das Tracking von RSS-Feeds mit Matomo sehr kompliziert bzw. gar nicht möglich sei. Dann hat mir Henning den entscheidenden Tipp gegeben. Er nutzt nämlich das WP-Plugin Connect Matomo, um die RSS-Feed-Abrufe seines Blogs zu tracken. Das geht so:

  1. Falls noch nicht passiert, Connect Matomo installieren.
  2. In Einstellungen von Connect Matomo wählt ihr im Tab „Tracking aktivieren“ die Option „Standard-Tracking“.
    Im WP-Plugin Connect Matomo das Standard-Tracking auswählen.
  3. Dann nach unten scrollen.
  4. Fast ganz unten findet ihr die Einträge „Tracke RSS-Feeds“ und „Links in RSS-Feeds als Kampagne tracken.“ Diese aktiviert ihr beide.
    Die Überschrift des ersten Buttons lautet: Tracke RSS-Feeds. Der Button ist ausgewählt. Die Überschrift des zweiten Buttons lautet: Links in RSS-Feeds als Kampagne tracken. Der Button ist ausgewählt.
  5. Im darunter stehenden Textfeld RSS-Feed-Kampagne tragt ihr „feed“ ein, falls es noch nicht da steht.
    Matomo-Screenshot. Die Überschrift lautet RSS-Feed-Kampagne. Der Eintrag im Feld lautet feed.
  6. Auf „Änderungen speichern“ klicken.

Wenn alles funktioniert hat, werden euch die RSS-Feed-Abrufe auf dem Dashboard von Matomo unter Kanaltypen angezeigt.

Screenshot von Matomo. Die Überschrift lautet Kanaltypen. Der Kanaltyp Kampagnen hatte 18 eindeutige Besucher. Die Kampage Feed hatte 18 eindeutige Besucher.
Die RSS-Feed-Abrufe wurden als Kampagne getrackt.

VG-Wort-Abrufe abschätzen

Wenn ihr euren Blog bei der VG Wort angemeldet habt, habt ihr eventuell das Problem, dass ihr erst im Januar des Folgejahres erfahrt, welche Artikel die Schwelle von 1.500 Abrufen überschritten haben. Wenn ihr das gerne schon ein paar Wochen vorher früher wissen wollt, könnt ihr die Zeitspannen-Funktion von Matomo nutzen.

  1. Geht im Matomo-Dashboard auf die Kalender-Funktion und wählt dort Zeitspanne aus. Wählt bspw. die Daten vom 01.01. bis 30.11. aus.
    Screenshot der Matomo-Kalender-Funktion. Es sind zwei Kalender nebeneinander abgebildet. Bei dem linken ist der 1. Januar 2024 markiert. Bei dem rechten ist der 30.11.2024 markiert. Als Zeitraum ist der Eintrag Zeitspanne angewählt.
  2. In der Seiten-Auswertung seht ihr jetzt, welcher Artikel wie viele eindeutige Seitenansichten hatte.
    Screenshot der Seiten-Auswertung von Matomo. Artikel 1 hatte 2.949 eindeutige Besucher. Artikel 2 hatte 2.196 eindeutige Besucher. Artikel 3 hatte 1.590 eindeutige Besucher. Artikel 4 hatte 1.090 eindeutige Besucher.

Die Artikel 1 bis 3 haben schon Ende November genug Seitenabrufe gesammelt, um vergütet zu werden. Beim Artikel 4 fehlen noch über 400 Abrufe. Ihr könnt diesen Artikel jetzt im Dezember stärker bewerben, um die Schwelle von 1.500 Seitenabrufe zu erreichen. Außerdem könnt ihr ihn auch in euren anderen passenden Beiträgen zusätzlich verlinken. Wenn ihr einen Newsletter habt, könnt ihr den Link zum Artikel 4 in einer Mail an die Empfänger posten. Mit ein bisschen Glück schafft es dieser Beitrag dann noch über die Abrufschwelle.

Die in Matomo angezeigten Abrufzahlen stimmen natürlich nicht zu 100 % mit den Werten der VG Wort überein. So ungefähr passt es aber schon.

Segmente benutzen

Matomo hat viele tolle Auswertungen, aber das Ganze lässt sich noch toppen. Mit dem passenden Segment könnt ihr die Auswertungen kombinieren und euch bspw. anzeigen lassen, wie viele Social-Media-Nutzer eure Seite mit dem Smartphone aufgerufen haben.

Archivierung abschalten

Um ein Segment einzurichten, müsst ihr zuerst die Archivierung abschalten.

  • Dazu ruft ihr die Administration auf (das Zahnrad rechts oben).
  • Im Menü System wählt ihr den Menüpunkt „Allgemeine Einstellungen“.
  • In den Archivierungseinstellungen klickt ihr unter „Berichte archivieren, wenn diese im Browser angezeigt werden“ den Button „Nein“ an.
  • Danach klickt ihr auf „Speichern“.
Matomo-Screenshot. Die Überschrift lautet Archivierungseinstellungen. Darunter steht Berichte archivieren, wenn diese im Browser angezeigt werden. Ja, ist die Standard-Auswahl. Markiert ist die Auswahl Nein. In Klammern dahinter steht (Für größere Matomo-Installationen sollten Sie einen Cronjob erstellen, der die Berichte automatisch abarbeitet.)

Segment einrichten

Auf der Übersichtsseite eurer Website findet ihr rechts nebem dem Datum den Button „Alle Besuche“. Damit könnt ihr ein Segment einrichten.

  • Auf den Button „Alle Besuche“ klicken
  • Danach auf den Button „Neues Segment hinzufügen“ klicken.
  • Matomo-Screenshot. Wählen Sie ein Segment an Besuchen aus. Zur Auswahl steht nur Alle Besuche (Standard). Darunter ist ein grüner Button mit der weißen Aufschrift Neues Segment hinzufügen.
    Zuerst vergebt ihr einen Namen für das Segment, bspw. Facebook-Smartphone.
  • Dann wählt ihr eine Auswertung aus. Die Social-Media-Nutzer findet ihr unter Akquisition/Kanaltyp. Die Auswahl „Entspricht“ ändert ihr nicht. Im nächsten Feld tragt ihr den Wert „social“ ein.
  • Um die Social-Media-Nutzer mit den Smartphone-Nutzern zu kombinieren, wählt ihr „+UND-Bedingung hinzufügen“. Dazu wählt ihr Besucher/Gerätetyp aus und tragt den Wert „smartphone“ ein.
  • Dann klickt ihr auf „Speichern und übernehmen.“

Wenn ihr fertig seid, müsste euer neues Segment so aussehen:

Matomo-Screenshot. Die Einstellung lautet. Jedes Segment ist für alle Benutzer und wird berechnet für nur diese Website und segmentierte Berichte werden im voraus verarbeitet (schneller, benötigt Archive.php Cron). Darunter steht Name Facebook-Smartphone. Der Name ist änderbar. Darunter ist ein Formular. In der ersten Zeile steht Kanaltyp entspricht social. In der zweiten Zeile steht Gerätetyp entspricht smartphone.. Unter dem Formular steht Löschen, Schließen, Test. Dahinter steht ein grüner Button mit der weißen Aufschrift "Speichern und übernehmen".

Wenn ihr jetzt auf Test klickt, seht ihr leider noch nichts. Die Daten müssen erst erstellt werden. Wartet einfach 24 Stunden, dann könnt ihr euch am nächsten Tag die Auswertung des Segments anzeigen lassen.

Eure Tipps für Matomo

So, das waren meine Tipps für Matomo. Wenn ihr auch welche habt, dann schreibt sie bitte in die Kommentare.

Bildquelle: KI-Generator ChatGPT

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Von Erik

9 Gedanken zu „3 tolle Tipps für Matomo“
  1. Tolle Tipps, vor allem das mit den Seitenansichten 🙂
    Hab letztens Matomo installiert und bisher ist das noch ein Buch mit sieben Siegeln für mich – da hilft das schon (zu sehen, dass ich noch mehr Besucher brauche, bis da mal was rumkommen könnte xD)

  2. Ich nutze schon ganz lange Matomo (hieß früher mal Piwik, glaube ich?), aber mit Segmenten habe ich noch nicht gearbeitet. Mir gefällt an Matomo, dass es sich sehr datenschutzfreundlich einrichten lässt. Ich setzte bei mir zum Beispiel keine Cookies für das Tracking.

    1. Statify kannst du nicht mit Matomo vergleichen. Es ist viel einfacher gehalten. Es zeigt dir nicht mal die Besucherzahlen, sondern nur die Seitenaufrufe an. Aber wenn es dir genügt, ist es doch in Ordnung.

  3. Die Auswertung für VG Wort ist wirklich eine gute Idee.
    Ich empfehle an dieser Stelle die kostenfreie Kampagnen Erweiterung aus dem Matomo Marketplace und konsequent überall UTM Parameter zu verwenden. Viele Websites (z.B. Xing) setzen Links auf noreferrer und so ist das die einzige Möglichkeit mitzubekommen, welche „Kampagne“ wirklich was bringt.

Erwähnungen

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